Indien Allgemein
Indien gehört zu den größten Ländern und hat nach China die größte Einwohnerzahl Welt (1. VR China 1,265 Mrd. Einwohner, 2. Indien 1,027 Mrd. Einwohner). Es wird durch eine Vielfalt an Kultur und Tradition, aber auch durch die in verschiedenster Form vorhandenen Gegensätze, welche eine ebenso große Vielfalt an Problemen bergen, charakterisiert. Armut von Massen und Reichtum von wenigen, Dürrekatastrophen und die "Grüne Revolution", der tropische Regenwald und die vergletscherten Gebirgsregionen, Götterkult und Bürokratie sowie die alten prachtvollen Paläste aus vergangenen Zeiten und die sich ausbreitenden Slums sind nur wenige der Gegensätze des Landes. So hält ein Teil der Bevölkerung noch immer an alten Traditionen und Bräuchen fest, während sich ein anderer Teil der Atomtechnik und Weltraumforschung, also den neuen Technologien und auch ihrer Erforschung widmet. Indiens Bevölkerung wird durch viele verschiedene Stämme in eine Vielzahl von Sprachen, Religionen, Bräuchen und Kultur gespalten. So wird z.B. die Kommunikation der Inder durch die 14 vorhandenen Hauptsprachen stark beeinträchtigt. Der momentan freie und moderne Staat baut auf die Lehren des als "Vater der Nation" bezeichneten Mahatma Gandhi (1869-1948) auf. Seit dem Abbau der vergangenen extremen Armut und der Hungersnöte von Millionen Menschen in Indien konnte sich der Staat zu einer militärischen und politisch eigenwilligen Großmacht entwickeln. Schon lange gehört Indien zu den wichtigsten und bedeutendsten Staaten Asien's.
Lage
Indien liegt in Form eines dreieckigen Subkontinents in Südasien vor. Es ragt von 35° bis 8° Nord und breitet sich von 69° bis 98° Ost aus - die maximale Nord-Süd-Ausdehnung Indiens beträgt ca. 3200 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung ca. 2700 km. Die Fläche Indiens beträgt 3.287.263 km², womit es das siebtgrößte Land der Welt ist (zum Vergleich: ca. neunmal so groß wie Deutschland). Im Norden grenzt Indien an Afghanistan, Tibet, Nepal, China und Bhutan, im Westen an Pakistan und das Arabische Meer, im Osten an Birma, Bangladesh und dem Golf v. Bengalen und im Süden an die Palkstraße und den Golf v. Mannar, welcher die südlich gelegene Insel Sri Lanka von Indien trennt. Allgemein wird Indien in drei große Landschaftsregionen unterteilt: Die Region des Himalaja erstreckt sich im Norden von Indien, in der Mitte Indiens liegt das Flachland, welches vom Ganges durchflossen wird und im Süden liegt das Dekanhochland, welches knapp die Hälfte der Fläche Indiens bedeckt. Ausnahmen bilden die West- und Ost-Ghats, welche durchschnittlich eine Höhe von 1000-1500m (Westghats) bzw. 600m (Ostghats) aufweisen und die fruchtbare Küstenregion. Insgesamt hat Indien eine ca. 18600 km lange Staatsgrenze, wovon ca 5600 km an der Küste und ca 13000 km auf dem Land verlaufen. Zur Verwaltung wird Indien in 28 Bundesstaaten und 7 Bundesterritorien eingeteilt.
Vegetation
Entsprechend den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unterscheidet man auch die Regionen nach ihrer jeweils eigenen Vegetation. Diese reicht vom immergrünen tropischen Regenwald über die Hartlaubwälder bis zu den montanen Tannen- und subtropischen Birkenwäldern im Himalaja. In den extrem trockenen Regionen befinden sich fast nur Gras- und Dornbuschsavannen. Allgemein ist zu sagen, dass Indien - mit Ausnahme der Wüste Tharr und des Himalaja-Gebirges - einen sehr fruchtbaren, mineralhaltigen Boden besitzt. Jedoch haben auch hier menschliche Eingriffe deutliche Spuren in der Pflanzenvielfalt hinterlassen. Heutzutage stehen hauptsächlich landwirtschaftliche Nutzflächen im Vordergrund der indischen Landschaft.
Rohstoffvorkommen
Indien besitzt eine große Vielfalt an Rohstoffen, von denen manche in fast unerschöpflichen Mengen vorhanden sind. Hauptsächlich bestehen die Vorkommen aus Eisenerz, das zum größten Teil für den Export bestimmt ist, sowie Manganerz, Bauxit, Kohle, Kupfer, Zink und seltene Erdarten. Auch Chrom, Titan, Mangan, Antimon, Erdöl, Blei, Phosphat, Feldspat, Baryt, Kyanyt, Gold, Silber, Silimanit, Asbest, Korund und Edelsteine findet man vor, aber in nicht allzu großen Mengen. Ebenso ist Indien Hauptanbieter auf dem Weltmarkt für Glimmer und Thoriumoxid. Diese Bodenschätze waren für Indiens Entwicklung nach der Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor. Des Weiteren besitzt Indien große Holzvorkommen. Diese sind bedingt durch die großen Flächen an Laub- und Nadelwäldern.
Klima
Durch Indiens Halbinsellage und Lage im Gradnetz sind die verschiedensten Klimaverhältnisse vorzufinden. Die Vielfalt ist bedingt durch die stark schwankenden Höhenlagen und ist größtenteils saisonbedingt. Indiens Klima wird hauptsächlich von den beiden Monsunzeiten bestimmt. So gibt es den Süd-West- und den Nord-Ost-Monsun, welche das Klima in zwei bzw. drei Klimazeitabschnitte einteilen. Diese Einteilung erfolgt nach Trocken- und Regenzeiten bzw. den zurzeit vorherrschenden Winden.
Die Regenzeit dauert meist von Juni bis November an. Die Temperaturen reichen in dieser Zeit von 20°C bis 30°C. Ursache der Regenzeit ist hauptsächlich der Süd-West-Monsun, da dieser vom Indischen Ozean und dem Arabischen Meer her weht. Über diesen nimmt er das verdunstete Wasser auf und erwärmt sich. Zunächst bewegt sich der Süd-West-Monsun von den Westküsten bis zu den Westghats, an denen er sich zum größten Teil abregnet (oft mehr als 3100 mm Niederschlag), danach erreicht er das Hochland von Dekkan und schließlich die Südhänge des Himalaja, an denen er sich meist komplett abregnet (meist ca. 1500 mm Niederschlag). Somit ist der Süd-West-Monsun für viele Bewohner ein wichtiger Faktor. Bleibt dieser aus, so kommt es zu Dürren und Hungerkatastrophen, da die meisten Landwirte nicht auf künstliche Bewässerungsanlagen zurückgreifen können. Die Nachteile, die der Süd-West-Monsun birgt, sind Mückenplagen und Epidemien, welche die Folge von hoher Feuchtigkeit und hohen Temperaturen sind. Außerdem leiden viele Inder durch die starke Abkühlung in der Nacht an Atemwegserkrankungen.Der zweite Zeitabschnitt beginnt mit Aussetzen des Süd-West-Monsuns - also folglich im November/Dezember. Von dort an beginnt die Trockenzeit, welche wiederum in zwei Zeitabschnitte unterteilt wird. Direkt nach dem Aussetzen des Süd-West-Monsuns wird das Klima durch den Nord-Ost-Monsun geprägt. Da sich dieser von China und Sibirien nach Indien bewegt, kann dieser keine Feuchtigkeit vor dem Erreichen Indiens aufnehmen. Von daher bringt der Nord-Ost-Monsun Trockenheit und kalte Winde mit nach Indien. Zu dieser Zeit herrscht eine Durchschnittstemperatur von 15°C bis 25°C in Indien. Der Nord-Ost-Monsun setzt meist Mitte Februar wieder aus. Von diesem Zeitpunkt an beginnt in Indien die heiße Trockenzeit, in der nicht selten Temperaturen von über 50°C herrschen. Diese Zeit hält meist von Mitte Februar bis Juni an, d.h. bis der Süd-West-Monsun erneut Indien erreicht.
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